Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten

Fr

28

Aug

2009

Klaus Radloff: "Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten"

Einleitung

Die Zahl derer, die wegen Rücken- und Gelenkproblemen Ärzte, Heilpraktiker, Masseure, Physiotherapeuten und Wunderheiler aufsuchen und hoffen beschwerdefrei zu werden, ist unvorstellbar groß. Etwa 40 Milliarden Euro geben allein deutsche Krankenkassen jährlich für orthopädische Behandlungen aus. Eine Summe die tatsächlich noch viel höher ist, weil die sog. orthopädisch-rheumatischen Krankheiten nur Schlaglichter (Symptome) internistischer Prozesse sind, deren Behandlung von Internisten zusätzlich in Rechnung gestellt wird. Diese Aussage dürfte dadurch begreiflich werden, dass Patienten mit Störungen der Gallenblase den Internisten und gleichzeitig wegen der Frozen Shoulder einen Orthopäden konsultieren. Beide Ärzte lassen sich ihre Bemühungen von der Krankenkasse honorieren und beide verordnen Medikamente, deren Nebenwirkungen sie oder weitere Fachärzte dann ebenfalls behandeln.

Orthopädie: Schmerzabschaltung bis zur Erwerbsunfähigkeitsrente

Rücken- oder Gelenkprobleme? Der "Fußarzt", so wurde der Orthopäde früher genannt, weiß Rat. Es spritzt und verordnet Schmerzmittel und Entzündungshemmer und lässt, wenn er es genauer wissen will Röntgenaufnahmen, oder ein CT oder MRI machen. Darauf sind meist Veränderungen sichtbar, mit denen Schmerz und Bewegungseinschränkungen begründet werden. Warum diese Veränderungen entstanden sind wird mit Haltungsfehlern, Arbeitsbelastung, genetischen Fehlanlagen, zu wenig Bewegung und Übergewicht erklärt. Sämtlich Ausreden, die im Fall des Therapieversagens schon mal vorbeugend dem Patienten die Schuld zuschieben.

 

Da die eigentlichen Ursachen dabei stets im mystischen Dunkel bleiben, verbleibt bei den späteren und immer wieder auftretenden Schmerzattacken die erneute Schmerzspritze und die Kenntnisnahme, dass sich der Grad der Schädigung erhöht hat. In letzter Konsequenz führt das zu endoprothetischen Versorgungen und Bandscheibenoperationen. Sofern danach weiterhin Beschwerden bestehen, wird eine Rehakur durchgeführt, bei der die erfolglosen Maßnahmen der letzten Jahre, konzentriert auf wenige Wochen, wiederholt werden. Im zu erwartenden Nichterfolgsfall wird das dann mit einer Erwerbsunfähigkeitsrente "belohnt".

Der banale Hexenschuss

Kaum jemand kennt ihn nicht, den Hexenschuß. Der urplötzlich auftretende Schmerz im unteren Rücken lässt an einen dämonischen Angriff denken. Medizinisch wird von einer Lumbalgie geredet und, dass eine falsche Bewegung in Verbindung mit Zugluft ihn ausgelöst hat. Solange diese Erscheinung nur alle "Jubeljahre" auftritt, muss man sich darüber keine größeren Gedanken machen. Anders dagegen, wenn dieser Schmerz zur Dauereinrichtung wird. Dann besteht die Gefahr, dass sich eine den Schmerz noch verstärkende Arthrose der Wirbelgelenke bildet und sich bei noch längerem Bestehen möglicherweise ein zu operierender Bandscheibenvorfall aus.

1. Fehler: Unüberlegte Selbsthilfe

Annähernd Jedermann glaubt zu wissen, dass derartige Schmerzen der Wärme bedürfen. Das erscheint auch logisch, da ja vermutet wird, dass sie wegen einer Unterkühlung entstanden sind. Deshalb wird massiert (Reibung erzeugt bekanntlich Wärme), wärmebildende Salben aufgetragen und heiße Kompressen angelegt. Bei näherer Betrachtung zweigt sich jedoch, dass die Mehrheit derartiger Beschwerden durch örtlich deutlich fühlbare Hitzezustände auffällt. Es besteht somit ein entzündungsähnlicher Zustand, der durch jede zusätzliche Wärmezufuhr noch gesteigert wird. Selbst Ärzte, die es besser wissen sollten, empfehlen meist nach der obligaten Schmerzspritze und der Verordnung von Painkillern, sowie Entzündungshemmern paradoxerweise das Gebiet zusätzlich zu wärmen. Auf die Idee das Gegenteil der Wärme, Eis anzuwenden kommt dabei kaum jemand. Lesen Sie dazu auch Selbsthilfe bei Schmerzzuständen mit Wärme oder Kälte?

 

Mehr Info zum Umgang mit Eis

2. Fehler: Nichtbeachtung der Ursachen

Lumbalgien werden als gegeben hingenommen und immer wieder wie bereits weiter beschrieben behandelt. Die Frage, warum Zugluft oder das Aufheben einer Daunenfeder den Zustand auslösen konnten, wird nicht gestellt. Antworten darauf lassen sich aus zwei Erkenntnissen ableiten:

 

a) Die segmentale Innervation

Nach dieser zwar anerkannten aber weitgehend in Vergessenheit geratenen Lehre, versorgen die aus dem Rückenmark zwischen zwei Wirbeln austretenden Spinalnerverven in dieser Höhe die Haut und Muskulatur, sowie in der Tiefe des Körpers Teile eines inneren Organs. Es wird von der segmentalen Innervation gesproche

 

b) Die Akupunktur-Zustimmungspunkte

Annähernd identisch sind damit die Zustimmungspunkte. Sie befinden sich am Rücken, etwa in Höhe der austretenden Spinalnerven und haben ebenfalls Verbindung zu einem inneren Organ. Interessant ist in diesemn. Zusammenhang zu erfahren, dass die chinesischen Entsprechungen der segmentalen Innervation bereits vor etwa 2000 Jahren erfolgten.

Lumbalgien, Dickdarm- oder Nierenerkrankung?

Hexenschüsse und auch die Mehrheit aller Bandscheibenvorfälle betreffen die Wirbelsäule zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel und dem Kreuzbein. Dabei handelt es sich präzise um das Gebiet, dass nach der Lehre der segmentalen Innervation und ebenso der, der Zustimmungspunkte mit dem Dickdarm in Verbindung steht. Lebensmittelunverträglichkeiten, Diätfehler, Abführmittelmißbrauch etc. wirken sich unmittelbar auf den Rücken aus und erzeugen das Krankheitsbild einer Lumbalgie. Weiterhin können Störungen und Erkrankungen der Niere oder der Harnleiter für dieses Krankheitsbild verantwortlich sein. 

Hoffnung für Viele?

Entsprechend der Lokalisation von Störungen und Erkrankungen der inneren Organe, kommt es zu den unterschiedlichsten Anordnungen orthopädischer Problematik. Durch Behandlung des organischen Grundleidens lassen sich orthopädisch erscheinende Beschwerdebilder beeinflußen. Durch entsprechende, die tatsächlichen Auslöser beachtenden Behandlungskonzepte sind Verschlimmerungen, wie sie unter orthopädischer Sicht und Behandlungsweise vorprogrammiert sind, vermeidbar. Operationen an der Wirbelsäule müssten seltener durchgeführt werden und die Behandlungskosten ließen sich so deutlich senken. 

 

In der verhältnismäßig kurzen Zeit seit des Bestehens dieses Blogs haben mich mehr als 100 Mitteilungen zu diesem Thema per Email erreicht (Kontakt hier). Sollten Sie sich ebenfalls zu den Betroffenen zählen, scheuen Sie  sich nicht mit mir in Verbindung zu treten. Gerne versuche ich Ihnen Argumente für Ihren nächsten Arztbesuch oder sonstige ideelle Hilfe zu bieten. Lassen Sie von sich hören!

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